Malerei – bildnerische Werke | Verortungen
Im Zwischenraum.
Ich arbeite gern über die Zeit. Planfrei, aber rituell.
Frage, sich aufdrängend: „Ist alles Prozess?“
Es ist Leben, einfach leben.
So entstehen Zwischenräume.
Zwischenraum ist vital, ist Lichtraum. Farbraum. Gedankenfall.
Chaos ordnend. Verzweifelnd, mancher Zeit.
Schlicht Mensch, Zweifelnder und doch hoffend.
Mystiker, mag sein.
Da ist der Zwischenraum. ORT.
Ist Assoziationsraum: GeHdankenwege. Spurenbilder. Sichtbar und handhabbar.
F r a g i l
Die Zwei, der Neuanfang.
Und die Drei. Trilogien. Ins Zukünftige offen.
Fenster: Offenbarungen. Die Hoffnung auf das Licht bricht Fenster. Schichtet.
Weiterdenken, Collagen: Über Leben. Denkbilder.
Tragen: Gemein schaffen, schafft Gemeinschaft.
Und Eins, und Eins, und Eins: die Drei. Bezeugen, erzählen.
Bewusster Narr – sein. Denn: Was, wenn? Utopos?
All- Eins - SEIN.
Ein kurzer Blick durch`s Fenster. Immer wieder.
Viele Fenster. Ein Fenster ohne Haus.
Frei.
Da-Seiend.
Ausgangspunkt: die Idee
Abgelegtes
Zurückgelegtes
Wiedergefundenes
Anordnen
Passen
Ich bin nicht kreativ.
Ich lebe,
schlicht,
ich bin.
Das Existentielle ist akreativ.
Es ist da.
Was ist, wenn das schlichte Da-Sein
alles ist?
Denkbild: Da-Sein – Künstler:In sein.
Ein jeweiliges Tätigkeitsfeld fordert ein jeweiliges Da-Sein.
Der Tischler behandelt Holz und erbaut einen Tisch.
Die Idee „Tisch“, die Holz-Kundigkeit, die Werkzeugkunde im Tischlerhandwerk, das bildet das Tätigkeitsfeld des Tischlers.
Die Konvention, was in der Kultur des Tischlers ein Tisch sei, der Gebrauch, für den der Tisch vorgesehen werden soll und die Variation konventioneller Maßstäbe, wie ein Tisch sich zeigen sollte, obliegt der subjektiven Idee und der Kundigkeit des Tischlers.
Wer aber misst die Qualität einer subjektiven Idee?
Die Anerkennung, die Resonanz der Anderen (die Kunden des Tischlers)?
Wer aber misst die Kundigkeit?
Die Kolleg:Innen (die Standards des Tischlerhandwerks)?
Wie ist es mit der Kunst?
Beuys` Verdikt, „Jeder Mensch sei ein Künstler“, meinte, jede/r könne Künstler:In sein, sofern er/sie beharrlich einer Idee folge und an deren kreativen Umsetzung arbeite. Dies gelte somit auch für eine Tischler:in, die einer Idee des Tisches folgt und diese handwerklich verwirklicht.
Es geht also grundsätzlich um das bewusste, beharrliche Verwirklichen einer Idee.
Aber: Der Tisch muss als Tisch funktionieren, hier ist grundlegend das Funktionale.
Seit der Moderne sucht Kunst immer wieder nach Wegen, sich vom Funktionalen und einer Indienstnahme zu befreien. L'art pour l'art ?
Die Künstler:In realisiert eine Idee, die sich der Welt stellt.
Kunst und Gesellschaft – Verortung zu aktuellen Entwicklungen.
Die schlafenden Hunde faschistischer Praktiken sind längst erwacht, gelockt von antihumanen rechten Schwätzern und Ideologen.
Da hilft kein Yogakurs, hilft kein künstlerisches Event – so schön und wohltuend sie auch sind: das zeigen die Avantgarden der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, zeigt historisch in Deutschland die kulturelle Entwicklung in der Weimarer Republik.
Aber: Wenn Kunstprojekte „inner“weltlich politisch aufstehen wollen – aufstehen für eine solidarische, humane Gesellschaft -, dann muss eine Praxis und Darstellung des schlicht Schönen verbunden werden mit einer dezidierten Kritik und einer Antwortsuche auf die Gewaltverhältnisse. Diese künstlerische Antwort wäre aus Verantwortung für die gesellschaftlich ausgegrenzten, unterdrückten Menschen zu erarbeiten.
In einer emanzipatorisch engagierten Kunst lebt die konkrete Utopie einer humanen, einer solidarischen Gesellschaft.
